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Dienstag, 3. Mai 2011

Coaching und Erfolg

Der Markt bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten seinen persönlichen Erfolg zu erreichen bzw. zu erkennen, was diesen persönlichen Erfolg eigentlich ausmacht - der Büchermarkt z.B. bietet einige Ansätze, was Erfolg ausmacht und nach welchem Rezept man diesen verheissenen Erfolg auch für sich erreichen kann; der Coaching-und Seminarsektor lebt von der Metapher des Sugarcandy-Mountains (aus George Orwell's Animal Farm) - das gelobte Land bzw. der Weg dorthin (Erfolg, Persönlichkeitsentwicklung, Selbsterfahrung, Authentizität, usw.).

Björn Migge definiert Coaching als gleichberechtigte, partnerschaftliche Zusammenarbeit eines Prozessberaters mit einem Klineten. Das Coaching fungiert dabei als besonderer Zugang, als besondere Zugangsweise zu Ressourcen und Wahlmöglichkeiten des Klienten. Coaching, so Björn Migge weiter, fördere beim Klienten Klarheit und steigere dessen Handlungs- und Bewältigungskompetenz.

Handlungs- und Bewältigungskompetenz  - eine vielsagende, aber ehrlich gesagt auch eine inhaltsleere Phrase: mehr Schein, als Sein.,

In gewisser Weise kann Coaching tatsächlich in dieser Art und Weise, wie sie von Björn Migge und anderen populären Coaches vorgetragen wird, verstanden und definiert werden - doch wesentliche Aspekte menschlichen Denkens und Handelns bleiben damit außen vor.

Erfolgsgeschichten zeichen sehr oft das Bild eines Menschen, der aufgrund seines Individualismus Erfolg hat - Persönliches Leistungsvermögen, Ausdauer und Durchsetzungsstärke werden dabei gerne als entscheidende Faktoren genannt. Das Versprechen, Menschen zu ihrem Erfolg zu führen, setzt an diesen Persönlichkeitsattributen an und suggeriert, dass Erfolg vor mit Aus- und Weiterbildung zu tun habe. Kritische Stimmen bemühen sich immer wieder, diesen Ansatz bloßzustellen und Alternativen aufzuzeigen (vgl. die Arbeiten des Pädagogen Ludwig Pongratz: http://www.abpaed.tu-darmstadt.de/eb/team_3/ludwigpongratz/team_pongratz.de.jsp - eine Rezension zu seinem letzten Buch findet sich hier: www.socialnet.de/rezensionen/10707.php)

 In seinem Buch Outliers (2008 - Outliers: The Story of Suiccess schreibt Malcom Gladwell (www.gladwell.com) eine ganz andere Geschichte des Erfolgs - Erfolg zu haben hat viel weniger mit Persönlichkeitsmerkmalen zu tun, wie so oft suggeriert wird. Natürlich ist Erfolg mit Talent und harter Arbeit verbunden (und diese beiden Faktoren können auch mit den unterschiedlichsten Etiketten versehen werden: Intelligenz, Ausbildung, Kompetenzen, Soft-Skills, ...) - doch interessant wird es dann, wenn es darum geht zu bestimmen, was es noch dazu braucht, um tatsächlich mit diesen Eigenschaften und Errungenschaften ausgestattet, erfolgreich zu sein.

Malcolm Gladwell hat in seinen Erfolgsgeschichten drei weitere Erfolgfaktoren herausgearbeitet: "arbitrary advantage" (in etwa: willkürliche Bevorzugung, willkürliche Vorteile), Möglichkeiten vorzufinden und schließlich "legacy" (Vermächtnisse im weiteren Sinne). Doch davon ein anderes Mal mehr.

Ja, Coaching hilft Menschen dabei, ihr Bestes zu geben und zu erreichen. Coaching wird umso erfolgreicher sein, je vielfältiger das Repertoire des Coaches ist und je angemessener das Bild von den menschlichen Wahrnehmungs- Denk- und Handlungsmustern ist, das der Coach dem Klienten/der Klientin vermittelt.

Der persönliche Erfolg hat sehr viel damit zu tun, was für ein Mensch man sein möchte, an welchen Idealen und Zielen man sein Leben ausrichtet und was man dafür bereit ist zu tun, sein Leben selbstverantwortlich und souverän zu führen.

Das Coaching selbst ist dabei mehr als eine Begleitung (was für den Klienten/die Klientin gilt, gilt vice versa auch für den Coach - ohne Engagement geht es nicht; und Engagement heisst sich zu involvieren). Coaching ist kein Eskortservice - auch wenn das gängige Verständnis davon diese Idee nahelegt.

Coaching schafft Realität - diese Realität so zu gestalten, dass persönliche Erfolgsfaktoren (Intelligenz, Bemühen, Kompetenzen, ...) auch tatsächlich zum Erfolg führen, das ist das Versprechen, mit dem Klienten und Klientinnen ihren persönlichen Erfolg beginnen können.


Bis bald,


Harald G. Kratochvila
www.kompetenz-coaching.at

Freitag, 11. Februar 2011

Krankheit, Sterben und Tod

Krankheit, Sterben und Tod sind eigentlich Themen, die nicht in dem selben Atemzug wie Faszination genannt werden - und es fällt mitunter schwer zu erklären, weshalb man seine Zeit und Energie damit zubringt, mehr über diese Themen wissen zu wollen.
Der Philosoph James Warren  (www.classics.cam.ac.uk/faculty/staff-bios/academic-research-staff/james_warren und hier: www.kenodoxia.blogspot.com) hat in seinem Buch über die Epikureische Denktradition zum Tod dazu geschrieben: "Considering death involves considering what is to live a life, and considering whether death can be a harm involves considering how to live a good life. If any questions are worth pursuing, these are.” ( Facing Death, 2004, vii). Ein gutes Leben zu führen - dieses Ziel rechtfertigt es also, Fazination für Krankheit, Sterben und Tod zu zeigen. Diese Faszination - sowohl für das gute Leben, sowie auch für die Erschütterungen durch Krankheit, Sterben und Tod - findet sich aber eher in populärwissenschaftlichen Büchern als in der akademischen Literatur.

Populäre Darstellungen zu diesem Thema neigen zu Verkürzungen, Vereinfachungen, voreiligen Schlüssen und Psychologisierungen - auch in Coaching-Büchern finden sich immer wieder diese zu kurz gegriffenen Vorstellungen und Argumentationen - das ist sehr schade, denn aus der Auseinandersetzung mit diesen Zäsuren des Lebens steckt viel Potenzial für persönliche Weiterentwicklung. Mehr noch: Krankheit, Sterben und Tod können sogar literarisch ansprechender behandelt werden, als in Coaching-Büchern - sie liefern gewissermaßen fiktionale Modelle der menschlichen Bemühungen um Klärung. Diese literarischen Modelle können dadurch real werden, weil wir uns daran orientieren und was Elizabeth Leake über den Suizid schreibt gilt genauso für alle Formen des menschlichen Todes - „We care about suicide (and in many cases condemn it) because it gives us ideas that we prefer to repress, including the idea that far from being an unnatural act, it is very much a part of the natural human repertoire …But we also pay attention to the dead – we care, even if it is not sufficient to repay the debt we owe – for the simple reason that their experiences, by definition, exceed ours, and thus they have much to teach us. In the end, our job as readers of the dead … is to bear witness, through our readings, to others’ lives and writings without feeling urgency for an interpretation that forces disparate or chaotic accretions of signs into legible formations. For in the final analysis, authorial suicides teaches more about us, the living, than about the dead. Most of all, they write us: they give us the language which to live, and after words, to die.” (After Words, 2011, 171-172)
Der Tod hat unsere Aufmerksamkeit – und die Sprache, die wir für diesen Tod finden, die Sprache, die uns die Toten zurück gelassen haben, ermöglichen uns ein besseres Verständnis unseres Lebens und Sterbens.

Die Philosophische Lebenspraxis, Coaching aber auch Kommunikationstraining, wie ich sie praktziere, haben sehr viel mit dieser Aneignung von Sprache und Denken zu tun, die es ermöglicht, zu einem besseren Verständnis vom guten Leben zu kommen. 

Das Buch von Elizabeth Leake ist übrigens bei University of Toronto Press erschienen:
www.utppublishing.com/After-Words-Suicide-and-Authorship-in-Twentieth-Century-Italy.html

Elizabeth Leake (2011) After Words. University of Torono Press











Eine ausführliche Rezension zu einem gelungenen Sammelband zum Sterben und Tod des Menschen findet sich hier: www.socialnet.de/rezensionen/10347.php

Bis bald,

Harald G. Kratochvila
www.philosophische-lebensberatung.at

Dienstag, 8. Februar 2011

Annäherungen

Mein Webauftritt nimmt bereits erste Formen an :
Unter www.kompetenz-coaching.at kann ich bereits in wenigen Tagen meine Ideen, Vorstellungen und Visionen in einem neuen Rahmen präsentieren.

Ein kleiner Vorgeschmack auf meine Tätigkeit findet sich hier - www.socialnet.de/rezensionen/10927.php - in diesem Beitrag setze ich mich mit dem neuesten Buch des Psychotherapeuten Harlich H. Stavemann auseinander, der die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) am Beispiel des Selbstwerts des Menschen diskutiert und als erfolgreiche Methode vorstellt, um Selbstwertprobleme in den Griff zu bekommen. 

Das Buch ist vor kurzem im Beltz Verlag erschienen - www.beltz.de, und kann problemlos über diverse Internetbuchhändler bestellt werden.

Sie werden in dieser umfangreichen Rezension nicht nur etwas darüber finden, wie sich diese KVT in der Praxis  bewährt, sondern auch sehr viel darüber, mit welchen theoretischen und konzeptionellen Schwierigkeiten dieser Ansatz behaftet ist.

Bis bald,

Harald G. Kratochvila
www.kompetenz-coaching.at